Was ist die Abnahme und was muss ich dabei beachten?

 

Sobald der Handwerker seine Arbeit erledigt hat, stellt sich für Sie als Kunden die Frage, ob er seine Arbeit ordnungsgemäß und so wie von Ihnen gewünscht erledigt hat. Ist das der Fall, so sagen Sie ihm, dass Sie mit dem Werk zufrieden sind. Das ist die Abnahme. Sie signalisieren dem Handwerker, dass der Auftrag zu Ihrer Zufriedenheit erledigt wurde.

 

Sind Sie dagegen unzufrieden, weil noch nicht alles nach Ihren Wünschen erledigt wurde, so findet keine Abnahme statt. Der Handwerker bleibt weiterhin in der Pflicht, den Auftrag nach Ihren Wünschen zu einem zufriedenstellenden Ende zu bringen.

 

Wichtig ist, dass Sie die Abnahme bei lediglich unwesentlichen Mängeln nicht verweigern dürfen. Ein Mangel gilt nach allgemeiner Ansicht dann als unwesentlich, wenn der Kunde trotz dieses Mangels das Werk im wesentlichen so erhalten hat, wie von ihm gewünscht. Kleinere Mängel können dann im Rahmen der Gewährleistung vom Handwerker ausgebessert werden.

 

Welche rechtliche Wirkung hat die Abnahme?

 

Sobald Sie die Abnahme erklärt haben, geben Sie Ihr Einverständnis mit der erbrachten Leistung bekannt. Sie teilen damit dem Handwerker mit, dass er ab jetzt nicht weiter für Sie tätig werden muss, da alles zu Ihrer Zufriedenheit erledigt ist. Damit erlischt die Pflicht des Handwerkers, im Rahmen dieses Auftrags weiter für Sie zu arbeiten. Gleichzeitig erhält der Handwerker nun seinen Anspruch auf Bezahlung der Leistungen. Er darf Ihnen eine Rechnung ausstellen und deren Bezahlung verlangen.

 

Wichtig ist die Abnahme vor allem in Bezug auf Mängel in der Arbeit: Nach erfolgter Abnahme beginnt die zweijährige Gewährleistungsfrist zu laufen. Entdecken Sie einen Mangel in der vom Handwerker verrichteten Arbeit, so haben Sie das Recht auf Nachbesserung. Dieses Recht erlischt nach zwei Jahren.

 

Schließlich führt eine erfolgreich durchgeführte Abnahme dazu, dass ab diesem Zeitpunkt der Kunde für das Werk verantwortlich ist. Das ist gerecht, denn ab der Abnahme darf der Kunde das Werk schließlich auch nach seinem Belieben benutzen. Vor der Abnahme trägt noch der Handwerker die Verantwortung.

 

Worauf muss ich also bei der Abnahme achten?

 

Das wichtigste ist, dass Sie die vom Handwerker verrichtete Arbeit genau überprüfen, und erst dann Ihre Abnahme erklären, wenn Sie wirklich keine Mängel erkennen können. Das Gesetzbuch spricht hier von einem "vertragsmäßig hergestellten Werk". Ist das der Fall, wurde die Arbeit genau nach Vorgabe des Vertrags erledigt, sind Sie zur Abnahme verpflichtet. Aber auch nur dann. Entspricht das Werk noch nicht Ihren vertraglich vereinbarten Wünschen, haben Sie im Rahmen der allgemeinen Verjährungsfrist drei Jahre Zeit, diese Mängel zu rügen.