Es wurde mit dem Handwerker ein fester Termin vereinbart, nun kommt er jedoch nicht. Was nun?

 

Erscheint der Handwerker zu einem zeitlich fest fixierten Termin nicht oder mehr als 15 Minuten zu spät, so haben Sie das Recht auf eine neue Terminvereinbarung. Diese Chance für einen zweiten Termin müssen Sie dem Handwerker geben, Sie dürfen den Vertrag nicht sofort kündigen. Der Handwerker darf die An- und Abfahrt aber nicht ein zweites Mal in Rechnung stellen.

 

Geben Sie dem Handwerker am besten Ihre Handynummer und bitten Sie ihn, Sie zu informieren, falls er später als zu dem verabredeten Zeitpunkt bei Ihnen eintreffen wird.

 

Entsteht Ihnen durch das Nichterscheinen des Handwerkers ein Schaden, beispielsweise weil Sie in dieser Zeit gewartet haben und nicht arbeiten konnten, so können Sie diesen Schaden vom Handwerker ersetzt verlangen. Dazu ist aber ein konkret in Euro bezifferbarer Schaden notwendig, und der Handwerker muss schuldhaft zu spät gekommen sein.

 

Muss ich es akzeptieren, wenn der Handwerker mir keinen genauen Termin benennt, sondern nur eine ungefähre Zeitspanne, in der er kommen wird?

 

Nein, das müssen Sie nicht akzeptieren. Sie haben das Recht auf eine konkrete Terminvereinbarung. Kann Ihnen der Handwerker keinen genauen Termin benennen, so lassen Sie sich einfach den ersten Termin des Tages geben. Dann wissen Sie genau wann der Handwerker kommt, da dann keine vorherigen Termine zu zeitlichen Verschiebungen führen können.

 

Es sind gleich zwei Handwerker bei mir erschienen. Muss ich beide bezahlen?

 

Sie sind nur dann zur Bezahlung von zwei Handwerkern verpflichtet, wenn die bei Ihnen auszuführenden Reparaturarbeiten schwierig sind und nur von zwei oder mehreren Personen bewerkstelligt werden können. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der eine Handwerker dem anderen die Geräte reichen muss oder wenn Sicherheitserfordernisse ein Arbeiten zu zweit erfordern.

 

Handelt es sich dagegen um einfache Arbeiten, die eine einzelne Person leicht erledigen kann, so müssen Sie nur einen Handwerker bzw. Monteur bezahlen. Stellt Ihnen der Handwerksbetrieb im Anschluss an die Reparaturarbeiten dennoch eine Rechnung über zwei Handwerker aus, so müssen Sie nur einen bezahlen. Ansonsten hätte die Handwerksfirma immer die Möglichkeit, bei jedem Reparaturauftrag zwei oder drei Mitarbeiter zum Kunden nach Hause zu schicken und auf diese Weise das doppelte oder dreifache an Einnahmen pro Auftrag zu erzielen. Selbstverständlich ist eine derartige Vorgehensweise nicht erlaubt.

 

Während den Reparaturarbeiten merkt der Handwerker plötzlich, dass er ein bestimmtes Werkzeug in der Firma vergessen hat. Er fährt zurück und holt es. Muss ich diese Zeit- und Fahrtkosten bezahlen?

 

Nein, natürlich müssen Sie diese zusätzlichen Kosten als Kunde nicht tragen. Wenn der Monteur bzw. Handwerker etwas vergessen hat, so ist das seine eigene Schuld. Er ist Fachmann und muss vor Ausführung der Arbeiten genau wissen, welche Teile oder Werkzeuge er hierfür benötigt. Das gilt auch für Ersatzteile, die für die Reparatur erforderlich sind. Der Handwerker ist vor dem Besuch in Ihrer Wohnung dazu verpflichtet, sich nach den zu reparierenden Geräten oder Anlagen zu erkundigen. Er muss nach dem genauen Gerätetyp, Gerätenummer und Markennamen fragen und aufgrund dieser Angaben seine Arbeiten planen. Es kann sogar erforderlich sein, dass der Handwerksbetrieb sich vor Ausführungen der Arbeiten bei Ihnen zuhause ein Bild von dem Auftragsgegenstand macht und die für die Reparatur erforderlichen Schritte plant. Diese Tätigkeiten gehören zum Auftrag dazu und sind von Ihnen im Rahmen der Gesamtabrechnung zu bezahlen. Darüber hinausgehende Kosten, die auf Vergesslichkeit oder ungenaues Arbeiten des Handwerkers zurückzuführen sind, müssen von Ihnen keineswegs bezahlt werden.

 

Der Handwerker benötigt ein bestimmtes Spezialgerät. Dessen Einsatz ist sehr teuer. Muss ich das bezahlen?

 

Ja, diesen Rechnungsposten müssen Sie begleichen. Es liegt im Ermessen des Handwerkers, zu entscheiden, welche Geräte oder Werkzeuge eingesetzt werden. Kann die Reparatur nur mit einem teuren Spezialgerät erfolgreich zuende geführt werden, so müssen Sie das als Kunde hinnehmen. Selbstverständlich können Sie als Auftraggeber den Auftrag jederzeit abbrechen. Die bis dahin entstandenen Kosten müssen Sie aber dennoch tragen. Vermeiden Sie derartige Überraschungen, indem Sie von Anfang an um eine genaue Einschätzung der Kosten bitten. Fragen Sie zusätzlich, ob die benannten Kosten noch teurer werden können und in welchem Falle.

 

Ist die von Ihnen beauftragte Firma jedoch von Anfang an bereits eine Spezialfirma für den von Ihnen gewünschten Einsatz, so sind auch die eingesetzten Werkzeuge bereits im Preis mit enthalten. Die Berechnung der Spezialgeräte findet dann über den Stundensatz statt, ein extra Rechnungsposten ist nicht erlaubt.