Mit welchem Stundenlohn bzw. welchen Kosten muss ich bei der Beauftragung eines Handwerkers rechnen?

 

Grundsätzlich ist jeder Handwerkerbetrieb berechtigt, die Höhe seines Stundensatzes selbst festzulegen. Hier herrscht die sogenannte Vertragsfreiheit, dass heißt, Sie können wählen mit welchem Handwerker Sie einen Reparaturvertrag abschließen oder nicht. Insofern ist es ratsam, vor der Beauftragung Erkundigungen einzuholen, wie teuer die Stundensätze in Ihrer Stadt allgemein sind. Setzen Sie sich hierzu mit der örtlichen Handwerkskammer bzw. Handwerksinnung in Verbindung und fragen dort nach. Oder rufen Sie verschiedene Firmen an und fragen Sie nach den Preisen. Auf diese Weise gewinnen Sie einen guten Überblick auf das in Ihrer Stadt maßgebliche Preisniveau. Der von Ihnen beauftragte Handwerksbetrieb sollte von diesem Durchschnittswert nicht allzu stark abweichen.

 

Aufgrund der Vertragsfreiheit haben Sie sogar einen gewissen Handlungsspielraum. Fragen Sie den von Ihnen gewählten Betrieb, ob er Ihnen preislich entgegen kommen kann. Die Stundensätze sind nicht fix, es besteht immer die Möglichkeit für den Kunden, einen niedrigeren Satz auszuhandeln.

 

Sinnvoller als nach den Stundensätzen zu fragen ist es sowieso, sich direkt nach dem Endpreis zu erkundigen. Über den Endpreis können Sie am besten verschiedene Angebote von Handwerksbetrieben vergleichen.

 

Ist ein Kostenvoranschlag verbindlich?

 

Ein Kostenvoranschlag ist unverbindlich. Der spätere Endpreis kann sich noch ändern. Macht Ihnen ein Handwerksbetrieb einen Kostenvoranschlag, so meint er damit die voraussichtlichen Kosten des von Ihnen gewünschten Auftrags. Erst nach Abschluss dieses Auftrags können die genauen Kosten feststehen.

 

Wird der im Rahmen eines Kostenvoranschlags genannte Preis um mehr als 15 bis 20 Prozent überschritten, so muss der Handwerker den Kunden noch während der Arbeiten fragen, ob er damit einverstanden ist. Der Kunde hat in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht, muss jedoch die bis zu diesem Zeitpunkt geleisteten Tätigkeiten und Materialkosten bezahlen.

 

Verbindlich ist ein Kostenvoranschlag nur dann, wenn Sie das mit dem Handwerksbetrieb vor Ausführung der Tätigkeiten bzw. bei Vertragsabschluss so ausgemacht haben. In diesem Fall spricht man aber eher von einem Festpreis. Daran ist der Handwerker selbstverständlich gebunden. Abweichungen von einem Festpreis sind nur mit ausdrücklichem Einverständnis des Kunden möglich.

 

Muss ich den Kostenvoranschlag bezahlen?

 

Nein, ein Kostenvoranschlag ist in der Regel kostenlos und muss nicht extra vom Kunden bezahlt werden. Es sei denn, der Kunde hat hierüber eine extra Vereinbarung mit dem Handwerker getroffen. In diesem Fall sind die Kosten des Kostenvoranschlags Vertragsbestandteil und müssen bezahlt werden. Ohne eine gesonderte Abmachung ist der Kostenvoranschlag unentgeltlich.